art.wikisort.org - Künstler

Search / Calendar

Frans Hals (* zwischen 1580 und 1585 in Antwerpen; † 26. August 1666[1] in Haarlem) war ein niederländischer Maler. Er wird zu den bedeutendsten Porträtmalern gezählt.

Frans Hals (Kopie eines verschollenen Selbstporträts)
Frans Hals (Kopie eines verschollenen Selbstporträts)
Frans Hals (Kopie eines verschollenen Selbstporträts)

Leben


Frans Hals war Sohn des Antwerpener Tuchhändlers Franchoys Hals van Mechelen und dessen Frau Adriaentgen van Geertenryck. Sein jüngerer Bruder, der Maler Dirck Hals, wurde am 19. März 1591 in Haarlem geboren.

Frans Hals war vermutlich in Haarlem bis 1603 Lehrling des Malers Carel van Mander. 1610 wurde er in die Lukasgilde, die örtliche Malergilde von Haarlem, aufgenommen. Im selben Jahr heiratete er seine erste Frau Anneke Harmensdochter. Am 2. September 1611 wurde der erste Sohn Harmen geboren. 1615 starb seine Frau nach der Geburt des zweiten Sohnes Frans und wurde auf dem Armenfriedhof der Stadt Haarlem begraben. Ein besseres Begräbnis konnte Hals nicht finanzieren. Er litt während seines ganzen Lebens an Geldmangel. 1616, während eines Antwerpen-Aufenthaltes, war die Amme, die seine Kinder versorgte, sogar darauf angewiesen, das Kostgeld einzuklagen.

1617 heiratete er in zweiter Ehe Lysbeth Reyniers, die ihm noch acht weitere Kinder schenken sollte. So hatte Hals am Ende zehn Kinder. Fünf Söhne wurden ebenfalls zu Malern erzogen und ausgebildet, nämlich:

Junge Frau, um 1655–1660
Junge Frau, um 1655–1660

Unter den frühen Werken sind die Porträts der Haarlemer Schützengilde, die er durchweg nach 1616 malte, die wichtigsten. Das letzte dieser Gemälde stellte er 1637 fertig. In diesem Jahr endeten plötzlich in ganz Holland die Aufträge für Schützenbilder. Frans Hals verlegte sich nun auf das Malen von Gruppenbildern von Hospitalvorstehern.

Nach dem Tod von Peter Paul Rubens (1640) und Anthonis van Dyck (1641) wurde Frans Hals zum wichtigsten Porträtmaler in den Niederlanden. 1644 wurde er Vorstand der Haarlemer Malergilde. Er malte eine große Menge von Einzelporträts, auch von so bedeutenden Persönlichkeiten wie René Descartes (1648) sowie von dem betagten Tuchhändler Willem van Heythuysen. Zu Bildnissen von Privatpersonen gesellten sich bedeutende öffentliche Aufträge, die seinen Ruf international festigten.

Frans Hals war zu Lebzeiten schon berühmt, und seine Klientel reichte weit über Haarlems Grenzen hinaus. Zum Beispiel sind im 1680 aufgesetzten Nachlass-Inventar des Malers Jan van de Cappelle mehrere Frans-Hals-Gemälde aufgeführt. Dieser Amsterdamer Künstler hatte sich sowohl von Rembrandt als auch von Frans Hals porträtieren lassen.

Seine Bedeutung ragt an die von Rubens, Rembrandt oder Vermeer heran. Viele Straßen in den Niederlanden und Flandern sind nach ihm benannt, etwa die Frans Halsstraat in Kerkrade-Haanrade. Zudem wurde er auf der von 1968 bis 1985 umlaufenden NLG-Banknote dargestellt[2].


Werke


Festmahl der Offiziere der St.-Hadrian-Schützengilde von Haarlem, 1616
Festmahl der Offiziere der St.-Hadrian-Schützengilde von Haarlem, 1616
Porträt des Pieter Verdonck, ca. 1627[3]
Porträt des Pieter Verdonck, ca. 1627[3]

Frans Hals werden nach dem Werkverzeichnis von Seymour Slive (1974) 222 Gemälde zugeordnet, hinzu kommen 20 Gemälde, die als verschollen betrachtet werden. 81 weitere Gemälde wurden ihm zugeschrieben, diese Zuschreibungen werden jedoch kritisch betrachtet oder abgelehnt.

Sein frühestes datierbar gesichertes Werk, das Bildnis des Jacobus Zaffius, stammt aus dem Jahre 1611.[4] Den Höhepunkt seines Frühwerkes bildet das Festmahl der Offiziere der Sankt Georgs-Schützengilde von 1616.[5] Außerdem schuf er Genrebilder von Trinkern, Zigeunern und Frauen bei ihrer Arbeit, dazu kommen auch viele Kinderbildnisse wie Der Rommelpotspieler, das Fischermädchen, Junger Mann mit Totenkopf oder Die singenden Knaben. Ab dem Jahre 1626 wandelte sich Frans Hals’ Stil, zum Teil wohl angeregt durch Einflüsse der Utrechter Caravaggisten.[6]

Große Lebendigkeit und treffende Charakterisierung zeichnen seine mit kühnem Pinselstrich ausgeführten, skizzenhaft wirkenden Gemälde aus (beispielsweise Malle Babbe). Die Impressionisten sahen in Frans Hals einen ihrer Vorläufer.

Sein Bild Brustbild eines jungen Mannes wurde 1979 beim Kunstdiebstahl von Gotha aus der Ausstellung im Schloss Friedenstein gestohlen und gilt seitdem als verschollen. Am 6. Dezember 2019 wurde vermeldet, dass das Gemälde möglicherweise wieder aufgetaucht sei und sich seit September 2019 in der Obhut der Staatlichen Museen zu Berlin befinde, wo es durch das Rathgen-Forschungslabor einer Echtheitsprüfung unterzogen werde.[7][8]


Schüler


In der kunsthistorischen Literatur werden als seine Schüler bezeichnet:


Museen mit Werken von Frans Hals


Frans Hals’ Grab in der St.-Bavo-Kirche in Haarlem
Frans Hals’ Grab in der St.-Bavo-Kirche in Haarlem
Denkmal von Frans Hals in Haarlem.
Denkmal von Frans Hals in Haarlem.

Zitat


„Durch seine außergewöhnliche Weise der Malerei, die einzigartig ist, übertrifft er eigentlich jeden. Seine Bilder werden mit solcher Kraft und Lebenskraft erfüllt, dass sich die Natur selbst seinem Pinsel zu widersetzen scheint. Das ist in allen seinen Bildnissen zu sehen. Sie werden in der Art und Weise gemalt, dass sie zu leben und zu atmen scheinen.“

Der Humanist Theodorus Schrevelius über Frans Hals in seinem 1648 in Haarlem erschienenen Werk „Harlemias“[9]

Literatur




Commons: Frans Hals – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Cornelis Hofstede de Groot: Hals, Frans I. In: Ulrich Thieme, Fred. C. Willis (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 15: Gresse–Hanselmann. E. A. Seemann, Leipzig 1922, S. 531–534 (Textarchiv – Internet Archive).
  2. bis-ans-ende-der-welt.net
  3. nationalgalleries.org
  4. Claus Grimm: Frans Hals. Entwicklung, Werkanalyse. Gesamtkatalog. Gebr. Mann Verlag, Berlin 1972, ISBN 3-7861-4080-4, S. 32.
  5. Claus Grimm: Frans Hals. Entwicklung, Werkanalyse. Gesamtkatalog. Gebr. Mann Verlag, Berlin 1972, ISBN 3-7861-4080-4, S. 36–37.
  6. Claus Grimm: Frans Hals. Entwicklung, Werkanalyse. Gesamtkatalog. Gebr. Mann Verlag, Berlin 1972, ISBN 3-7861-4080-4, S. 63–69.
  7. dpa: Spektakulärer DDR-Diebsthal: Hochkarätige Gemälde nach Diebstahl möglicherweise aufgetaucht. In: Märkische Oderzeitung. 6. Dezember 2019, archiviert vom Original;.
  8. Konstantin von Hammerstein: Bilder von Holbein und Brueghel dem Älteren: Gemälde aus größtem DDR-Kunstraub wieder aufgetaucht. In: Spiegel Online. 6. Dezember 2019 (spiegel.de [abgerufen am 6. Dezember 2019]).
  9. Theodorus Schrevelius: Harlemias, De eerste stichting der Stadt Haerlem, Het toe-nemen en vergrootinge der selfden, hare seltsame fortuyn en avontuer in Vrede, in Oorlogh, Belegeringe, harde beginselen van d'eerste Reformatie, Politique Raedtslagen, Sc, Haerlem. Thomas Fonteyn, Boeckdrucker in de Bartel-Ioris-Straet, inde Gekroonde Druckerye. 1648
Personendaten
NAME Hals, Frans
KURZBESCHREIBUNG holländischer Maler
GEBURTSDATUM zwischen 1580 und 1585
GEBURTSORT Antwerpen
STERBEDATUM 26. August 1666
STERBEORT Haarlem

На других языках


- [de] Frans Hals

[en] Frans Hals

Frans Hals the Elder (UK: /hæls/,[1] US: /hɑːls, hælz, hɑːlz/,[2][3][4] Dutch: [frɑns ˈɦɑls]; c. 1582 – 26 August 1666) was a Dutch Golden Age painter, chiefly of individual and group portraits and of genre works, who lived and worked in Haarlem.

[es] Frans Hals

Frans Hals (Amberes, 1582 o 1583-Haarlem, 26 de agosto de 1666) fue un pintor neerlandés perteneciente a la escuela barroca holandesa. Es uno de los grandes maestros en el arte del retrato. Despierta gran admiración por la brillantez en la representación de la luz y la libertad en el manejo de los pinceles, con una pincelada rápida y suelta precedente del impresionismo.

[fr] Frans Hals

Frans Hals (Anvers ?, entre 1580 et 1583[1] – Haarlem, 26 août 1666) est un peintre baroque néerlandais (Provinces-Unies), considéré, avec Rembrandt et Johannes Vermeer, comme l'un des plus importants du siècle d’or.

[it] Frans Hals

Frans Hals (Anversa, 1580 – Haarlem, 26 agosto 1666) è stato un pittore olandese.

[ru] Халс, Франс

Франс Халс, также Хальс[6] (нидерл. Frans Hals, МФА: [ˈfrɑns ˈɦɑls]) (1582/1583 год, Антверпен — 1666 год, Харлем) — голландский художник, писал в эпоху так называемого Золотого века.



Текст в блоке "Читать" взят с сайта "Википедия" и доступен по лицензии Creative Commons Attribution-ShareAlike; в отдельных случаях могут действовать дополнительные условия.

Другой контент может иметь иную лицензию. Перед использованием материалов сайта WikiSort.org внимательно изучите правила лицензирования конкретных элементов наполнения сайта.

2019-2024
WikiSort.org - проект по пересортировке и дополнению контента Википедии